Viele Einsteiger werfen Bitcoin und Ethereum in einen Topf, weil beide als Kryptowährung gehandelt werden. Tatsächlich verfolgen die beiden Netzwerke jedoch sehr unterschiedliche Ziele. Wer den Unterschied kennt, versteht die Krypto-Welt deutlich besser.
Bitcoin: digitales Wertaufbewahrungsmittel
Bitcoin wurde mit einem klaren Zweck geschaffen: ein knappes, fälschungssicheres Geld zu sein, das ohne Banken auskommt. Die Menge ist auf knapp einundzwanzig Millionen Einheiten begrenzt, weshalb Bitcoin oft mit Gold verglichen wird. Das Netzwerk ist bewusst schlicht gehalten und konzentriert sich vor allem auf eines: Werte sicher von A nach B zu bewegen.
Ethereum: eine Plattform für Programme
Ethereum geht einen Schritt weiter. Es ist nicht nur eine Währung, sondern eine Art weltweiter Computer, auf dem kleine Programme laufen. Diese sogenannten Smart Contracts führen Vereinbarungen automatisch aus, sobald bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Die eigene Währung Ether dient dabei in erster Linie als Treibstoff, um diese Programme auszuführen.
Die zentralen Unterschiede im Überblick:
- Bitcoin will vor allem Wert speichern und übertragen.
- Ethereum will Programme und Anwendungen ermöglichen.
- Bitcoin hat eine fest begrenzte Maximalmenge, Ether nicht im gleichen Sinne.
- Auf Ethereum bauen unzählige weitere Projekte und Token auf.
Zwei Werkzeuge, zwei Aufgaben
Es ist daher wenig sinnvoll zu fragen, welches der beiden besser ist. Sie lösen schlicht verschiedene Probleme. Bitcoin lässt sich mit einem Tresor vergleichen, Ethereum eher mit einer offenen Werkbank, auf der andere ihre eigenen Werkzeuge bauen.
Für Einsteiger lohnt es sich, diese beiden Grundtypen auseinanderzuhalten. Fast jedes weitere Krypto-Projekt orientiert sich an einem der beiden Vorbilder: Es will entweder vor allem Wert sein oder vor allem Funktion bieten. Mit diesem Raster im Kopf wird die wachsende Zahl an Projekten schnell überschaubarer.